Tag-Archiv für 'sehnsucht'

Notiz zu Nietzsche

„Denken wir den Gedanken in seiner furchtbarsten Form: das Dasein, so wie es ist, ohne Sinn und Ziel, aber unvermeidlich wiederkehrend, ohne ein Finale ins Nichts: „die ewige Wiederkehr“. Das ist die extremste Form des Nihilismus: das Nichts (das „Sinnlose“) ewig!“

Nietzsche: Unzeitgemäße Betrachtungen I

Auch wenn Nietzsche nicht in der Lage war, zu charakterisieren woher diese „extremste Form des Nihilismus“ entstammt, weil er nicht fähig war das Kapitalverhältnis als Basiseigenschaft dieser Gesellschaft zu Grunde zu legen: in diesem Satz kommt Nietzsches ganze Fähigkeit zum Ausdruck, seine eigene Unfähigkeit, sein Unverständnis über die materiellen Gegebenheiten dieser Gesellschaft beiseite zu schieben und den Charakter dieses Verhältnisses trotzdem sehr präzise zu benennen. Was im Vergleich zu Marx‘ polit-ökonomischer Diagnose ein wenig diffus und wenig abstrakt klingt, ist hier mit Nietzsche gewissermaßen sehr viel lebendiger, sehnsüchtiger und dadurch vielleicht auch ausdrucksstärker zu Blatt gebracht.

Da Nietzsche, so weit ich weiß, nichts von Über- und Unterbau wusste, konnte er „die Summe der Empfindungen, Kenntnisse, Erfahrungen“ nur als „ganze Last der Kultur“ begreifen, die „so groß geworden [sei], dass eine Überreizung der Nerven- und Denkkräfte die allgemeine Gefahr ist, ja dass die kultivierten Klassen der europäischen Länder durchweg neurotisch sind und fast jede ihrer größeren Familien in einem Gliede dem Irrsinn nahe gerückt ist.“

Was würde der arme Mann wohl sagen, wenn er heute noch leben würde oder in die Zukunft hätte blicken können. Vermutlich hätte er seine Suizitgedanken bei Zeiten verwirklicht.

Gedanken der Einsamkeit

Diese Art Reflexion stellt eine Momentaufnahme dar. Eine Momentaufnahme des Versuchs meine eigenen Gedanken und Gefühle von Einsamkeit irgendwie zu fassen.

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alle Menschen sind total bescheuert. (mehr…)