Tag-Archiv für 'restvernunft'

Die falsch verstandene Befreiung

Heute wird in vielen Ländern Europas der „Victory in Europe Day“ gefeiert, der an die bedingungslose Kapitulation und damit die endgültige Niederlage Nazi-Deutschlands erinnert. Während dieser Tag in einigen Ländern sogar als offizieller Feiertag begangen wird, feiert hierzulande hauptsächlich die Linke.

Grund zum Feiern gibt es am 8. Mai mehr als an jedem anderen Tag. Selbst an einem Tag jedoch, an dem es lediglich darum zu gehen hätte, im Sinne eines „Nie Wieder“ zu gedenken oder ausgelassen den Sieg der Anti-Hitler-Koalition zu feiern, hat sich bis heute innerhalb der Linken ein regressives Moment konserviert. Hier spricht man vom „Tag der Befreiung“ nämlich so, als ob es sich dabei, wie in der DDR propagiert wurde, um die „Befreiung des deutschen Volkes vom Hitlerfaschismus“ handeln würde. Dass jedoch nicht Deutschland oder gar das „deutsche Volk“ von „den Nazis“ befreit wurde, welche plötzlich als irgendetwas Drittes gedacht und sprachlich dargestellt werden, jedoch nicht als genuin deutsche, das scheint, wie ich heute wieder feststellen musste, von vielen noch immer nicht verstanden zu sein. Und so hält sich der Mythos vom Hitlerismus und reiht sich ein in den Versuch nicht mehr nur noch TäterIn, sondern doch wenigstens auch Opfer sein zu dürfen – auch wenn das „Volk“ im Dritten Reich von Nazi-Deutschland nicht zu unterscheiden war.

Es wäre also sinnvoll nicht Länger von „Befreiung“ zu sprechen, will man denn nicht einen gewissen Geschichtsrevisionismus transportieren – und sei es nur dadurch, dass sich im Zweifelsfall auch die falschen Leute mit dem Begriff der Befreiung identifizieren können, weil sie ihn eben nicht als Befreiung Europas und aller vom NS Verfolgter, Gequälter und KZ-Inhaftierter, sondern als Befreiung Deutschlands vom Attribut „Nazi“ verstehen. Sinnhafter scheint es da, wie eben auch in anderen Ländern, vom „Sieg über Deutschland“ zu sprechen.
Dass selbst zu einem Tag wie dem 8. Mai eine spezifisch deutsche Deutung existiert, ist jedoch wohl nur ein weiterer Hinweis darauf, wie wenig bearbeitet die deutsche Geschichte tatsächlich ist.

Plädoyer für eine Militärintervention in Syrien

Seit über einem Jahr herrscht Bürgerkrieg in Syrien – ein „blutiger“, wie in der Berichterstattung immer ganz selbstverständlich mit erwähnt wird. Doch was heißt das und vor allem welche Konsequenzen folgen daraus? Bisher keine nennenswerten. Bereits vor einem Jahr war ich der Meinung, dass eine Intervention durch die internationale Staatengemeinschaft etwa in Kooperation mit der Arabischen Liga und einer mittelfristigen Stationierung von UN-Truppen die Lage vor Ort hätte wesentlich entschärft werden können. Im Verlauf der ersten Proteste im Zuge des Arabischen Frühlings hin zu den blutigen Niederschlagungen derselben wollten immer weniger Oppositionelle das Regime reformieren, sondern es wurde schnell klar, dass die Diktatur gestürzt werden solle. (mehr…)

Keep Dancing!

Im Frühling diesen Jahres erschien die erste Ausgabe einer neuen polit-kulturellen Zeitschrift namens „Keep Dancing“. Das Projekt aus Rostock / Mecklenburg-Vorpommern versteht sich selber als subversiv-antagonistisches Kunst-, Politik-, Kritik-, Theorie- und Praxis-Heft mit Zine-Charakter. Jeder kann mitmachen, „Gesellschafts-, Ideologie- und Kapitalismuskritik sind insofern genau so Inhalt, wie Provokation, Sehnsucht und Träumerei“, so kann man auf der Projekt-Homepage lesen.

In den nächsten Wochen soll die nächste Ausgabe erscheinen, zu der auch ich etwas beigesteuert habe. An dieser Stelle sei daher einmal der Zine-Blog empfohlen, auf dem einzelne Beiträge erscheinen, über den man erfährt, wo es Ausgaben zu beziehen gibt oder wo man (vielleicht?) auch eine Ausgabe bestellen kann: keepingthedance.blogsport.eu

Gedanken der Einsamkeit

Diese Art Reflexion stellt eine Momentaufnahme dar. Eine Momentaufnahme des Versuchs meine eigenen Gedanken und Gefühle von Einsamkeit irgendwie zu fassen.

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alle Menschen sind total bescheuert. (mehr…)

Between Resignation und Restvernunft

Ein halbes Jahr habe ich nichts mehr auf diesem Blog veröffentlicht. Vieles, worüber ich mich eventuell hätte auslassen können, schien mir die Aufregung nicht wert, kommentiert zu werden und manchmal fehlte auch einfach die Zeit. Seit November 2010 existiert bea.blogsport.de jetzt schon – die Zeit vergeht schnell. Wohin die Reise gehen sollte, wusste ich damals nicht so genau, nur, dass es mich immer wieder drängte, etwas zu schreiben, was dann nicht kurz darauf für alle Ewigkeit in der Schreibtischschublade verschwinden würde. Thematisch sollte es irgendwie um „das Politische“ und das, was man gemeinhin „Gesellschaft“ nennt, gehen. Dabei war es mir immer wichtig Kritik zu üben, das Spannungsverhältnis zwischen Emanzipation und Knechtschaft im Blick zu behalten.

Werde ich in Zukunft hin und wieder mal Zeit und Muse finden, über das ein oder andere etwas zu schreiben, so wird sich der Charakter des Geschriebenen wohl ein wenig ändern. Die Stoßrichtung wird zwar die gleiche bleiben, der Begriff des Politischen wird soch jedoch öffnen, so dass auch für scheinbar andere Bereiche mehr Platz bleibt. Zu nennen wäre hier vielleicht sowas wie Kunst im weitesten Sinne, aber auch kleinere, um so subjektivere Kommentare zu irgendwelchen unwichtigen Dingen bis hin zu eher persönlichen, dadurch jedoch nicht weniger politischen Themen oder auch Verlinkungen von anderen Blogartikeln, die mir gefallen.

Und warum ich das jetzt hier so darlege? Vermutlich nur, um selber besser zu verstehen, was hier vielleicht noch so passieren wird. Bis dahin viel Durchhaltevermögen mir und allen, die das lesen sollten.

Wie man ein solches Blog eben beginnt

Bei der ersten Begegnung die passenden Worte zu finden fällt bekanntlich schwer. Oder stimmt das gar nicht? Sollte diese Pseudoweisheit, diese Verallgemeinerung, nur über die eigene Unfähigkeit des Autors – meine Person – hinwegtäuschen? Jedenfalls ist dies, um es mit den Worten meines persönlichen Blog-Hosters auszudrücke und mir auf diese Weise Hilfe von jemand Drittem zu holen, „ein weiteres tolles WordPress Blog“. Was genau damit in Zukunft passieren wird, ist noch offen und wird stark von meiner Muse abhängen, bestimmte Themen aufzugreifen und über sie zu schreiben.

Der erste Schritt ist hiermit bereits getan, der Blog erstellt. Sollte es des Weiteren tatsächlich zur gewünschten (dauerhaften) Vereinigung zwischen mir und diesem neuen Blog kommen, kann davon ausgegangen werden, dass ein breites Spektrum von „politischem Leben“, also so prinzipiell ziemlich alles aus Politik und Gesellschaft, angesprochen werden wird.

Da bleibt mir persönlich nur ein gutes gelingen und allen anderen ein angenehmes lesen zu wünschen!