Tag-Archiv für 'gesellschaftskritik'

Notiz zu Nietzsche

„Denken wir den Gedanken in seiner furchtbarsten Form: das Dasein, so wie es ist, ohne Sinn und Ziel, aber unvermeidlich wiederkehrend, ohne ein Finale ins Nichts: „die ewige Wiederkehr“. Das ist die extremste Form des Nihilismus: das Nichts (das „Sinnlose“) ewig!“

Nietzsche: Unzeitgemäße Betrachtungen I

Auch wenn Nietzsche nicht in der Lage war, zu charakterisieren woher diese „extremste Form des Nihilismus“ entstammt, weil er nicht fähig war das Kapitalverhältnis als Basiseigenschaft dieser Gesellschaft zu Grunde zu legen: in diesem Satz kommt Nietzsches ganze Fähigkeit zum Ausdruck, seine eigene Unfähigkeit, sein Unverständnis über die materiellen Gegebenheiten dieser Gesellschaft beiseite zu schieben und den Charakter dieses Verhältnisses trotzdem sehr präzise zu benennen. Was im Vergleich zu Marx‘ polit-ökonomischer Diagnose ein wenig diffus und wenig abstrakt klingt, ist hier mit Nietzsche gewissermaßen sehr viel lebendiger, sehnsüchtiger und dadurch vielleicht auch ausdrucksstärker zu Blatt gebracht.

Da Nietzsche, so weit ich weiß, nichts von Über- und Unterbau wusste, konnte er „die Summe der Empfindungen, Kenntnisse, Erfahrungen“ nur als „ganze Last der Kultur“ begreifen, die „so groß geworden [sei], dass eine Überreizung der Nerven- und Denkkräfte die allgemeine Gefahr ist, ja dass die kultivierten Klassen der europäischen Länder durchweg neurotisch sind und fast jede ihrer größeren Familien in einem Gliede dem Irrsinn nahe gerückt ist.“

Was würde der arme Mann wohl sagen, wenn er heute noch leben würde oder in die Zukunft hätte blicken können. Vermutlich hätte er seine Suizitgedanken bei Zeiten verwirklicht.

Ein verspäteter Rückblick auf die Krisenproteste von M31 und Blockupy

Es ist wieder still geworden. Zumindest was die „revolutionären Umtriebe“ in dieser Republik anbelangt. Eines der letzten großen Zeltlager der sog. Occupy-Bewegung in Deutschland wurde diese Woche in Frankfurt ohne großen Trubel geräumt und auch der im Frühjahr von der radikalen Linken so unendlich beschworene „heiße Sommer der Krisenproteste“ blieb bis auf weiteres aus – bis auf ein paar warme Tage im Juli ist eben nicht nur der Sommer, sondern sind auch gleich die Krisenproteste ausgefallen.
„Aber irgendwas war doch da im Frühling“, wird vielleicht der ein oder die andere einwerfen wollen. Stimmt, da war doch irgendwas gewesen… (mehr…)

Changing Education Paradigms

An dieser Stelle möchte ich nur kurz ein meiner Meinung nach gelungenes Statement für einen Paradigmenwechsel innerhalb des Bildungssystems dokumentieren. Es ist zudem auch ganz unterhaltsam, weil zeichnerisch ganz nett und zudem ein wenig lustig referiert. Aber seht selbst…

Auch wenn in dem Video kein unmittelbarer, direkter Bezug zur warenförmigen Vergesellschaftung innerhalb der kapitalistisch organisierten Welt angesprochen wird, ist die Analyse weitgehend zutreffend und wäre sogar an vielen Stellen anschlussfähig an eine Kritik am Bildungssystem, die den gesellschaftlichen Zustand mitdenkt. Von daher keine explizit antikapitalistische Kritik, jedoch offen für eine solche und insofern nicht gängig.