Tag-Archiv für 'bewegungslinke'

Ein verspäteter Rückblick auf die Krisenproteste von M31 und Blockupy

Es ist wieder still geworden. Zumindest was die „revolutionären Umtriebe“ in dieser Republik anbelangt. Eines der letzten großen Zeltlager der sog. Occupy-Bewegung in Deutschland wurde diese Woche in Frankfurt ohne großen Trubel geräumt und auch der im Frühjahr von der radikalen Linken so unendlich beschworene „heiße Sommer der Krisenproteste“ blieb bis auf weiteres aus – bis auf ein paar warme Tage im Juli ist eben nicht nur der Sommer, sondern sind auch gleich die Krisenproteste ausgefallen.
„Aber irgendwas war doch da im Frühling“, wird vielleicht der ein oder die andere einwerfen wollen. Stimmt, da war doch irgendwas gewesen… (mehr…)

Carlo Giuliani – Märtyrertum der radikalen „Linken“?

Im Juli diesen Jahres kam es rund um den 10. Jahrestag der Tötung des politischen Aktivisten Carlo Giuliani bei den Ausschreitungen 2001 in Genua (anlässlich des G8-Gipfels) zu verschiedenen Protest- und Solidaritätsaktionen in Europa, darunter viele in Deutschland. So tauchten in diversen Städten Stencils mit dem Porträt von Giuliani auf,1 es kam zu Spontandemonstrationen (u.a. in Berlin) sowie zu militanten Aktionen (u.a. in Frankfurt/Main) und (v.a. in Berlin) zu nächtlichen Ausschreitungen und Straßenschlachten mit der Polizei.2

So weit erstmal nichts überaus außergewöhnliches für eine teilweise militant agierende „Szene“. Was jedoch bei mir persönlich für Irritationen sorgte, war das immer wieder auftauchende Motto, mit welchem u.a. auch versucht wurde zu mobilisieren: „Rache für Carlo!“ (mehr…)

Die Staatsgewalt überfordert?

Die Staatsgewalt überfordert?

Am Wochenende war es mal wieder so weit. Die Bereitschaftspolizei hatte alle Hände voll zu tun, um den Castortransport von Frankreich nach Deutschland zu schützen. Über 16.000 Beamte sollen im Einsatz gewesen sein, (neuere Quellen sprechen von bis zu 20.000, da etliche Kräfte nachbeordert wurden), davon etwa die Hälfte allein im Wendland.

Einen Eindruck davon, wie überfordert die Polizei teilweise war, bekommt man ganz gut auf einem der gängigen Videoportale. In Situationen von vollkommener Missachtung der Autoritäten, dem vielfachen Widersetzen gegen die Staatsgewalt und zahlreicher versuchter Sachbeschädigung – so wurden die Sabotageaktionen rund um das Schottern im Vorfeld bezeichnet – können die an vielen Stellen zahlenmäßig-taktisch weit unterlegenen Polizeieinheiten oftmals nicht mehr tun, als mit dem Einsatz von Knüppel und Pfefferspray zu versuchen, die AktivistInnen abzudrängen. (mehr…)