Gedanken der Einsamkeit

Diese Art Reflexion stellt eine Momentaufnahme dar. Eine Momentaufnahme des Versuchs meine eigenen Gedanken und Gefühle von Einsamkeit irgendwie zu fassen.

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alle Menschen sind total bescheuert.
sie sind irre, verrückt; sie werden unterdrückt, unterdrücken wiederum, beuten aus, sind rassistisch, sexistisch, wahnhaft antisemitisch, suchen Zuflucht in Kollektiven, glauben an Verschwörungen, gehen jeden Tag arbeiten, rennen der Arbeit förmlich hinterher…

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wenn das alles so bleibt, wird niemand jemals frei sein können, wird es nie eine befreite Gesellschaft geben. sie werden auch nicht glücklich oder zufrieden sein. oder selbstbestimmt und mündig

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und das ist, wenn mir das alles manchmal so scheinbar bewusst und klar aufblitzt, was so unendlich bedrückend ist.
und wenn sich dann auch noch herausstellt, dass die Leute von denen man mal dachte, sie wollten irgendwas besser machen, sie seien in ihren Bestrebungen auch auf so etwas wie eine befreite Gesellschaft ausgerichtet, wenn sich diese Leute dann auch als total irre und bescheuert herausstellen und du merkst, dass sie ganz prinzipiell eigentlich auch gar nichts verändern wollen und ihr alternatives Sein eigentlich nur ein im-hier-und-jetzt-nett-eingerichtet-sein bedeutet…
in diesem Moment fühle ich mich so wie ich bin, wie jeder in diesem Bestehenden wohl letztendlich ist: alleine.

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der Zwang, seine Arbeitskraft, das einzige was man hat, verkaufen zu müssen, um dann etwas zu haben, wovon man sich wiederum seine Grundbedürfnisse befriedigen kann… die „Reproduktion der physischen Existenz der Individuen“…

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ich kann nicht mit so vielen Menschen über politischen Kram sprechen. nicht so, wie es mir wichtig wäre. wenn, dann muss ich mich dabei sehr bestimmt, nämlich auf gewisse Weise verstellt ausdrücken.
das macht mir sehr viel aus. mit niemandem reden zu können, nicht authentisch reden zu können…

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immer alleine rumzusitzen, lesen.
und wenn ich nicht mehr nur noch lesen kann und über viel zu viel reden müsste, weil das Angestaute, Gelesene sich irgendwelche Kanäle nach draussen ersehnt, dann spiel ich halt PC oder hör Musik (oder beides) und lenke mich so irgendwie ab.

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diese ewige Einsamkeit dieser Warengesellschaft


3 Antworten auf „Gedanken der Einsamkeit“


  1. 1 ceilidh 31. Mai 2012 um 22:32 Uhr

    ich fühle mit Dir, Genosse/in

  2. 2 erlipeach 26. Juni 2012 um 14:59 Uhr

    jio kann ich verstehen/mitfühlen. stilistisch und vom layout zeigt es fragmentarisch die einsamkeit, gedankenfetzen…

  1. 1 Das falsche Spiel « Between Emancipation and Authority Pingback am 27. Juni 2012 um 22:37 Uhr

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