Occupy – Eine Bewegung zwischen verkürzter Kapitalismuskritik und strukturellem Antisemitismus

„Wir müssen nicht das ganze System verstanden haben, um aktiv zu werden.“1

So unreflektiert diese Aussage auch ist, so sehr trifft sie auf das zu, was man im Moment beobachten kann: Menschen gehen an verschiedenen Orten auf der Welt auf die Straße um sich zu empören und gegen (wahlweise auch für) etwas zu protestieren. Und genau in diesem unbestimmten „Etwas“ liegt ein großes Problem. Die Proteste richten sich gegen alles mögliche. Beispielsweise wird das aktuelle Finanzsystem stark kritisiert, Schuldige für die Krise werden gesucht. Lediglich das marktwirtschaftliche System an sich bleibt unangetastet und wird als eigentliche Ursache von Missständen gar nicht erst mitgedacht.

Aber nochmal kurz einen Schritt zurück. Wie kam es überhaupt zu dem Tumult? Zum ersten mal gingen in New York am 17. September bis zu 1000 Menschen auf die Straße. Die Proteste hielten an und für den 15. Oktober wurde ein weltweiter Protesttag angekündigt, dem jedoch vor allem in Europa nachgegangen wurde. Vom Auftreten und der Rhetorik kann der „weltweite“ Protest als von der amerikanischen Occupy-Bewegung inspiriert verstanden werden.

Doch worin liegt nun das Problem? Auch wenn zwar nochmals zwischen den einzelnen, an verschiedenen Orten stattfinden Demonstrationen und Protestcamps differenziert werden kann, so bringt doch die Bewegung als solche einen üblen Beigeschmack mit sich. Die Forderungen nach einer „besseren Welt“, „wahren“ demokratischen Spielregeln und das in-die-Schranken-weisen des Finanzsystems, teilweise auch des Kapitalismus, hören sich erstmal nett an. Solche Forderungen resultieren jedoch aus einer falschen Krisen- und Kapitalismusanalye und gehen einher mit strukturell antisemitischen Denkmustern und Argumentationsfiguren – von den teilweise offen antisemitischen Artikulationsformen, wie z.B. den explizit anti-israelischen Protesten in Australien, einmal ganz abgesehen.2

Der Protest richtet sich explizit gegen das Finanzsystem, einem Subsystem des Kapitalismus. Ausgemachtes Feindbild sind die Banken und deren „Manager“ und „Banker“, die durch ihr angeblich gieriges und unmoralisches Handeln die Verantwortung für die Krise tragen würden. Mit Parolen wie „Die Gier ist das Problem“ wird das furchtbar falsche Verständnis von Marktwirtschaft und Kapital pointiert an den Tag gelegt – grundlegende Prinzipien des Wirtschaftens in der freien Marktwirtschaft, wie die Profitmaximierung (auch: Kapitalakkumulation), werden offensichtlich nicht verstanden oder man hat sich erst gar nicht damit beschäftigt. So folgt man konsequent der verinnerlichten marktwirtschaftlichen Logik und fordert durch die Regulierung der Banken oder das Zügeln des Wirtschaftssystems einen besser funktionierenden Kapitalismus, nämlich einen der keine Krise produziert und eine Occupy-Bewegung wieder obsolet machen würde. Mit anderen Worten wird nur eine Reform hin zu einer stabileren und effizienteren freien Marktwirtschaft gefordert, was, wie gesagt, vollkommen in dessen eigener Logik liegt, in der sich eben auch die DemonstrantInnen von Occupy bewegen.

Die Betrachtung und Kritik des Subsystems Finanzmarkt ist jedoch nicht nur verkürzt, sondern bringt noch ein anderes Problem mit sich. Da lediglich der Finanzsektor und dessen „Banker“ und „Finanzhaie“ in die Kritik genommen und für die Krise verantwortlich gemacht werden, findet zum einen eine Personalisierung eines strukturellen Problems statt (Stichwort: Sündenbock) und es wird eine Trennung zwischen einem vermeintlich guten schaffenden und einem schlechten raffenden Kapital konstruiert – eine Dichotomie, die auch schon die Nationalsozialisten vollzogen, um jüdische Menschen zu diffamieren und deren millionenfache Ermordung zu rechtfertigen. Das bedeutet nicht, dass ein zweites Auschwitz vor der Tür stünde, zeigt jedoch wie gefährlich und falsch solche Denkmuster sind. Falsch, weil eben alle Akteure innerhalb der Marktwirtschaft ein und derselben (Profit)Logik folgen – manche mehr, manche weniger erfolgreich – und gefährlich, weil eben alles schlechte innerhalb des Kapitalismus von einem Teil der Bevölkerung, der sich z.B. als fleißige ArbeiterInnenschaft versteht, auf eine kleine, vermeintlich böse Gruppe projeziert wird.

Nichts anderes passiert im Moment bei den Occupy-Protesten, wenn sich die DemonstrantInnen als die „99%“ beschreiben, die unter der Herrschaft und den (Finanz-)Verbrechen der „1%“ zu leiden hätte. In diesem Zusammenhang tauchen auch immer wieder auf Plakaten die Forderungen nach der „Beseitigung“ dieser Personengruppe „1%“ auf.3

Zusammenfassend lässt sich noch einmal sagen, dass eine Personalisierung des Kapitalismus stattfindet, um einen Schuldigen / eine Schuldige ausmachen zu können. Und darin liegt genau das Element des strukturellen Antisemitismus. Es wird sich ähnlichen oder gleichen Argumentationsmustern bedient, wie beim klassischen Antisemitismus, nur dass sich der strukturelle Antisemitismus nicht explizit gegen jüdische oder vermeintlich jüdische Menschen richten muss, sondern diese auch gegen (wie im aktuellen Fall) Manager oder Bänker ausgetauscht werden können – und genau das wird eben bei Occupy vollzogen.

Einschätzungen zufolge handelt es sich bei den us-amerikanischen Mutter-Protesten zwar noch irgendwie um eine „linke“ Bewegung4, in Deutschland hingegen lässt sich zumindest zu großen Teilen eher Gegenteiliges feststellen.5 So spricht Andrei S. Markovits der Bewegung in den USA auch durchaus eine wichtige und berechtigte Funktion zu, nämlich die eines Korrektivs der Obama Regierung. Im Vergleich dazu wirkt der Ableger in Deutschland – in seiner Artikulation genau so gehaltvoll bzw. inhaltsleer wie das us-amerikanische Vorbild – auf mich eher nur regressiv und von Verschwörungsdenken bestimmt. In diesem Zusammenhang sei zu guter letzt auch noch auf einen Artikel eines anderen Blogs verwiesen, der sich mit den verschwörungsideologischen, rechtspopulistischen und den anderen fragwürdigen 99%-DemonstrantInnen auseinandersetzt.

  1. Ein Occupy Aktivist aus Frankfurt am Main im Interview mit der Taz [zurück]
  2. Zum Antisemitismus innerhalb der Occupy-Bewegung siehe auch diesen Artikel von Der Standard [zurück]
  3. Siehe hier, hier, hier und hier. [zurück]
  4. Jungle World [zurück]
  5. Reflexion.blogsport.de [zurück]

14 Antworten auf „Occupy – Eine Bewegung zwischen verkürzter Kapitalismuskritik und strukturellem Antisemitismus“


  1. 1 fidelche 08. November 2011 um 14:18 Uhr

    Ich stimme Andrei S. Markovits, sowie dem Artikel zu.

  2. 2 ForenBoy 08. November 2011 um 14:19 Uhr

    Man sollte diese über (a)social netwörks verabredeten Event-Demos nicht überbewerten. betrachtet man die Masse der Teilnehmer (also 99%), so steht wohl der Spaß an der Aktion im Vordergrund.

    Völlig abwegig und lächerlich ist daher der mit Gewalt herbei konstruierte Kontext, struktureller Antisemitismus sei subtil, oder nicht, bewusst oder nicht, der Vater des Gedankens.

    Solche abenteuerlichen Konstrukte hindern jeden realistisch denkenden Menschen daran, Blogs wie diesen überhaupt ernst zu nehmen.

    Es gibt an der Bewegung und ihren Vertretern auch genügend Gründe für Kritik, ohne diesen Blödsinn.

    Wie bei jeder größeren Gruppe von Menschen wird es unter den Occupy-Aktivisten natürlich auch Antisemiten geben, genau wie unter Attac-Mitgliedern, Kaninchenzüchtern und Bloggern, die sich für irgendwie links halten.

  3. 3 Babi 09. November 2011 um 17:42 Uhr

    @ ForenBoy:

    schade dass du dir gar nicht erst die mühe gemacht hast der argumentation vom autor hier zu folgen. du hättest nämlich mitbekommen dass struktureller antisemitismus etwas anderes ist als antisemitismus. flls ich dir hiermit jedoch unrecht tue und du doch ein interessiertes kerlchen sein solltest, guck doch hier nochmal vorbei: https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Struktureller_Antisemitismus#Struktureller_Antisemitismus . der teil des wiki-eintrags ist ganz gut für wikipediaverhältnisse.

  4. 4 Heiner 12. November 2011 um 17:40 Uhr
  5. 5 hagen 13. November 2011 um 12:58 Uhr

    Ein äußerst schwacher Artikel mit einer Menge falsch aussagen, die von einer sehr schlechten Recherche zeugen.

    1. Konzentrieren sich die Proteste mitnichten nur auf Finanzfragen….das wird höchstens von den Mainstreammedien so dargestellt. In der Bewegung selbst spielen Fragen der demokratischen Meinungsbildung und Entscheidungsfindung, des nachhaltigen Wirtschaftens, des bewussten Umgangs mit Mensch, Umwelt, und Tier eine sehr große Rolle

    2. Es ist die allerdümmlichste Verkürzung Kritikern des Finanzsystems „struktruellen Antisemitismus“ zu unterstellen. Die Kritik sagt doch gerade dass es am SYSTEM – also an den Regeln – liegt und nicht an einzelnen Personengruppen.
    Wenn man sich mit der Sache mal näher beschäftigt erkennt man schnell dass das Geldsystem im Kern fehlerhaft und ungerecht ist – es ist ein Schneeballsystem und es KANN nicht funktionieren. Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Entweder man klärt darüber auf und die Menschen verstehen dass es an der grundlegenden Systematik liegt oder man wirft jedem Aufklärer absurderweise „strukturellen Antisemitismus“ vor und die fehlerhaften Systemregeln bleiben im dunkeln. Das Ergebnis? Menschen suchen die Schuld bei anderen und werden sie wohl bei einer Minderheit finden.

    Das alte Spiel also und mich wundert nicht derlei Schwachsinn auf einem Feministenblog zu finden. Ist doch der extremistische Feminismus geübt darin durch ein verquarstetes sich Hineinsteigern in gewisse Thematiken genau das Gegenteil von dem zu erreichen was er eigentlich bezwecken sollte…

    Ruhig mal den gesunden Menschenverstand künftig einschalten bevor man aufgrund von antrainiertem Pseudo-Gutmenschentum Unfug verbreitet!

  6. 6 Bea 15. November 2011 um 2:42 Uhr

    Heiner hat bereits auf eine Veranstaltung hingewiesen. In dem Zusammenhang hier noch eine sehr vielversprechende Ankündigung:
    http://www.theorieblog.de/index.php/2011/11/protest-und-demokratie-roemerberggespraeche-in-frankfurt/

    oder der direkte Link zur Homepage:
    www.roemerberggespraeche-ffm.de

  7. 7 * 16. November 2011 um 12:34 Uhr

    Sicherlich geht es primär um strukturen. doch nichtt nur, sonst wären diese unserem verändernden einfluss entzogen und trügen quasi naturgesetzliche wesenszüge. menschen sind keine reaktionsdeppen und innerhalb dieser strukturen gibt es akteure. diese verwalter des systems sind austauschbar, sicherlich. es sind masken, funktionäre. und doch hilft es nicht, immer herumzureden ohne diese akteure namentlich zu nennen. es gilt, schließlich, mit dem system die funktionen zu liquidieren, nicht die menschen.

  8. 8 Markus 16. November 2011 um 16:08 Uhr

    Man muss die Occupy Bewegung an die Hand nehmen und zur Not hingehen und Lesungen machen oder anderweitig politische Bildung betreiben. Es nützt nichts ihnen Ziellosigkeit vor zu werfen – die Medien tun es ohnehin sehr laut. Stattdessen muss man sich freuen, dass Menschen sich neuerdings wieder für politische Zusammenhänge interessieren und bereit sind etwas unternehmen zu wollen.

  9. 9 bea 17. November 2011 um 16:03 Uhr

    Einen sehr ähnlichen Ton wie du, Markus, schlägt auch ein Aufruf von sich selbst als „Frankfurter Linksradikale“ betitelnden Menschen an, die vermutlich dem antinational ausgerichteten Spektrum um die frankfurter „Antifa [f]“ zuzuordnen sind. Siehe hier: http://de.indymedia.org/2011/11/319518.shtml .

    Interessant sind solche überlegungen in jedem Fall. Eine radikale Kritik muss jedoch – und das klingt auch in dem Aufruf an – sowohl an der Bewegung selbst geübt werden, wie auch an den bestehenden Verhältnissen. Mein Artikel ist nichts anderes als das aufgreifen solcher kritikwürdiger Aspekte.

    Die große Frage, die für mich jedoch – auch mit oder gerade nach dem Aufruf der FrankfurterInnen – offen bleibt, ist diejenige danach, wie ein sinnvolles und wirksammes „Hineintragen“ radikaler Kritik in die Bewegung aussehen kann. In dem Aufruf wird als Beispiel das Teilnehmen an den Asambleas (Plena) genannt. Diese erreichen jedoch nur wenige Menschen – wie berichtet wurde nahmen selbst innerhalb der Camps immer weniger Menschen daran teil (Frankfurt mag da vlt. noch eher die Ausnahme sein). Andererseits solle man, so der Aufruf, an den Demonstrationen teilnehmen. Da frage ich mich jedoch, ob ich wirklich mit und neben offenen AntisemitInnen, strukturellen AntisemitInnen und allerlei VerschwörungsideologInnen in einer Demonstration laufen möchte (nicht als das ich die Frage für mich persönlich nicht beantworten könnte).

  10. 10 Jens 20. November 2011 um 5:55 Uhr

    @babi

    Liest du überhaupt deine Links zum Thema „struktureller Antisemitismus“ bevor du andere belehrst? Desweiteren scheint der kapitalistische Überbau nicht nur in der Occupy-Bewegung, sondern auch in „linken“ Blogs als eine schützenswerte Angelegenheit betrachtet zu werden. Die Protestwelle nahm ihren Anfang übrigens nicht in den USA, sondern in Spanien. (bzw. Griechenland) Dabei ging es auch nicht um die „bösen Banken“, sondern um soziale Kämpfe. Und denen könnte man höchstens Reformismus vorwerfen. Die Assoziation des „Finanzkapitals“ mit Juden scheint dann wieder eine deutsche Angelegenheit zu sein…

  11. 11 Babi 21. November 2011 um 20:17 Uhr

    warum will eigentlich niemand verstehen, dass struktureller Antisemitismus zunächst mal nichts mit jüdischen Menschen zu tun hat?

  12. 12 solaar 11. März 2012 um 19:10 Uhr

    wieder ein (intelektueller) Versuch Occupy zu fassen und in eine Schublade zu stecken!?!? Ich kann die Ansätze verstehen und nachvollziehen- allerdings absolut nicht teilen!!!! Ja, es stimmt: viele bei occupy haben noch wenige wirkliche Informationen, wie das System läuft …! Bei anderen beobachte ich genau das Gegenteil! Und ich kann nur von ein paar persönlichen Erfahrungen mit Frankfurtern, Düsseldorfern und Kasseler Occupy-Aktivisten reden- nicht von den vielen anderen Individuen aus der ganzen Welt! Ich kanns nur immer wiederholen: Occupy ist nicht statisch, sondern dynamsch! nicht fassbar und ein ständiger Prozess (der in Gang gekommen ist). Es geht nicht darum innerhalb von ein paar Monaten konkrete Forderungen und komplette Lösungsvoschläge zu bieten: viel mehr geht es erstmal um kennenlernen, vernetzen, zusammen Aktionen planen und durchführen, Widerstand leisten und über die Zukunft und das system zu reden,…Lösungen zu entwickeln!!!! Andere informieren und beim Aufwachen helfen!!! Occupy kann ein Jahre-oder Jahrzehnte-dauernder Prozess werden! Wenn wir nicht aufhören miteinander zu reden, zu reden und zu tun….! Die Proteste richten sich nicht nur gegen alles mögliche, sondern auch FÜR vieles! Und das das Finanzsystem bzw. der kapitalismus an sich in der heutigen Form hinterfragt werden muss (und nicht nur einige Bankster angeklagt werden), ist auch bei einigen (informierten) occupy-Aktivisten angekommen [;-)] ! Was das „antisemitische“ betrifft: Ja, jede Bewegung und Gruppenbildung muss sich mit den faschistischen Dynamiken a la „Die Welle“ befassen und deren vorbeugen!!!
    Allerdings: „Sorry“– das Unwort „Verschwörungstheorie“ möchte ich echt nicht mehr von angeblicherweise aufgeklärten Menschen im Zusammenhang mit der Revolution hören/lesen!!!! Wer 2012 immer noch nicht mitbekommen hat, dass es wirklich eine relativ kleine Schar von Mächtigen und Reichen gibt, die sich SEIT JAHRZEHNTEN hinter verschlossenen Türen treffen, undemokratische Ziele verfolgen und uns und den Planeten aussaugen, sollte mittlerweile durch Sachbücher, Dokumente, Aussteigerberichte und das sorgsame Studium von Gechichte und Politik bekannt sein! Und das sie die NEUE WELTORDNUNG wollen, propagieren diese Wixxer mittlerweile schon lange öffentlich! Die fakten, gegen wen wir kämpfen, sollte schon personalisiert werden! Es ist ja nicht so, dass alles zufällig ist und wir alle nur getriebene der Globalisierung und Dynamiken! Ich bin für mehr Vorträge zu wichtigen Themen mit echten Hintergrundinformationen über das Finanzsystem (Geld, Zins und Zinseszins, Notenbanken, Spekulationen, Regullierung-derregulierung,…), aber auch zu den Plänen dieser organisierten Verbrecherbanden, die sich schon lange gegen die Mehrheit der menschheit organisierten (Freimauer, Skull and Bones, Bilderberger, etc.)! Denn dann würde der Anteil der informierten bei Occupy steigen!!!! Und dann könnte an mal wirkliche Lösungsansätze entwickeln! Bis dahin bleibt dein Blog-Artikel im relativen Recht: Occupy ist was gemeinsame Ziele und Lösungen angeht, teilweise noch sehr schwammig! Teilweise aber auch schon weiter als du DENKST! Wie gesagt: Occupy ist eine Entwicklung!!!! Und nicht fassbar! DER KAPITALISMUS IN DER HEUTIGEN KANNIBALISTISCHEN TURBO_FORM WURDE IN DEN LETZTEN CA. 200-300 Jahren INSTALLIERT!!! WIR WERDEN DIESES SYSTEM NICHT IN EINEM JAHR VERÄNDERN!!! Aber wir haben Zeit,…und der Grundstein ist gelegt: für alle Menschen auf der Welt---sich zu erheben, sich zu empören, widerstand zu leisten und persönlich zu wachsen!!! Ich würde die Occupy-bewegung nicht nur politisch bewerten und einordnen- sondern die Notwendigkeit eines (spirituellen) Erwachens und Bewusstseinsveränderung mit einzubeziehen! DENN NUR WENN WIR UNS ALLE ÄNDERN, KÖNNEN WIR DAS SYSTEM VERÄNDERN!!!! Occupy heisst Bewegung! Occupy heisst Ent-wicklung!!!! Also: lasst uns mal alle unsere mind-controllten Gedanken ent-wickeln….und neue Wege gehen!“

  13. 13 O-ton 06. Dezember 2012 um 19:22 Uhr

    Wenn ich die Kritik am Finanzkapitalismus verkürzt mit „strukturellem“ Antisemitismus gleichsetze wie das gut und gern von einigen Aposteln getan wird, habe ich manchmal das Gefühl das reflexartig das alte Klischee von Juden und Zinsknechtschaft stereotypisch antizipiert wird …

    … nevermind … das „gesamte System“ versteht auch keiner der seine Kritik an der Kritik darauf aufbaut, dass die meisten wahrscheinlich nicht das Kapital gelesen haben und trotzdem Kritik am Kapitalismus äußern wollen. Welch ein Fauxpas. Ich schwöre das der Autor mit geläufigen Fachtermini wie Derivathandel, Schattenbanksystem, Leitzins oder Hedgefonds aus dem stehgreif nichts anfangen (wie soviele auf kapitalismuskritischen Treffen) kann, kann sich aber natürlich durch ein paar „Wir lesen Marx“-Lesezirkel anmaßen zu beurteilen – wer das gesamte System in seiner Fülle versteht und wer nicht. Es ist ja so einfach Kapitalismuskritik auf einem Level von „nur das gesamte System muss gestürzt werden um das sich was ändert“-Attitüde zu reduzieren, statt konstruktivere Aspekte wie Regulierungsmechanismen etc. zu diskutieren und das System HEUTE upzudaten anstatt nur auf Marx zu rekurieren.

  1. 1 Occupy Together: Frankfurt und Berlin dieses Wochenende | Kotzendes Einhorn Pingback am 13. November 2011 um 20:12 Uhr

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