Archiv für September 2011

Post-Pirat_innen-Patrei – Oder: wieso Diskriminierung nicht einfach weg-ignoriert werden kann

Am 18. September wurde in Berin gewählt. Bei dieser Wahl konnte die junge sogenannte Piratenpartei 8,9 Prozent erziehlen und zog zum ersten mal in ein Landesparlament ein. Nach diesem Wahlergebnis entfachte jedoch „eine Genderdebatte, weil nur eine einzige Piratin auf der Landesliste steht. Die Partei argumentiert auf ihrer Webseite mit einem modernen Gedanken: Sie definiert den Menschen außerhalb der Kategorien Mann und Frau und sieht daher nur das Individuum“, so der Kommentar einer deutschen Tageszeitung.1

Eine solche Argumentation riecht schon nach Unwissen in Sachen Feminismusdebatten. Diesen Geruch wollte ich an dieser Stelle in Worte fassen, allerdings wurde dies bereits an anderer Stelle sehr treffend getan, weshalb ich im folgenden lediglich auf einen anderen Blog verlinken möchte: maedchenblog.blogsport.de.

Wer sich nicht in die mediale Isolation begeben hat, wird in den letzten Tagen um die folgende Nachricht kaum drumherum gekommen sein: die Piraten sind in das Berliner Abgeordnetenhaus eingezogen. Mit überraschenden 8,9 Prozent darf die junge Partei ganze 15 Sitze bekleiden. Böse Zungen mögen behaupten, die Piratenpartei sei nicht nur jung, sondern auch noch recht inhaltsleer; in jedem Fall lässt sie sich aber bisher schwer einordnen. So wird überall wild darüber spekuliert, ob die Piraten nun rechts oder links, die neuen Grünen oder die neuen Linken sind. Und ein weiterer Punkt spielt irgendwie auch immer mit rein: Unter den 15 Abgeordneten ist nur eine Frau. (mehr…)

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Wie bio-deutsch sind Bio-Deutsche wirklich? – Eine Begriffsbestimmung

Deutsche Kartoffel

Seitdem Cem Özdemir den Begriff „Bio-Deutscher“ vor einiger Zeit in die Öffentlichkeit trug, hört man diesen immer mal wieder. Nein, nicht so oft wie etwa das Wort „Migrantin“ oder „Asylsuchender“ – aber es ist ja bekanntlich auch schwierig in hegemonial geführte Diskurse einzugreifen oder sich auch nur zu Wort zu melden. So wird der Begriff „bio-deutsch“ mitlerweile vor allem von politisch engagierten MigrantInnen und Menschen mit Migrationshintergrund, wie man so schön sagt, verwendet um auf ein bestimmtes Verhältnis zwischen ihnen und eben den so sogenannten Bio-Deutschen aufmerksam zu machen. (mehr…)

20 Jahre Pogrom von Hoyerswerda

Das Pogrom
Heute vor 20 Jahren began in Hoyerswerda das wohl erste Pogrom in der Geschichte Deutschlands nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945. Die Kleinstadt Hoyerswerda galt bis zum Fall der Mauer und dem Niedergang der DDR als dessen sozialistische Modell- und Vorzeigestadt. Damals lebten hier noch etwa 70.000 EinwohnerInnen, darunter ca. 230 Flüchtlinge und Asylsuchende sowie rund 200 VertragsarbeiterInnen aus Mosambik und Vietnam. Die Ausschreitungen, die eindeutig als Pogrom beschrieben werden können, richteten sich gegen beide als „Ausländer“ markierte Gruppen und dauerten ganze sieben Tage lang – vom 17.09. bis zum 23.09.1991. (mehr…)